20.01.2012
Deutschlandstart: Terra Nova
Im Februar kommt sie nun zu uns, eine weitere - mit viel Vorschußlorbeeren bedachte - Spielberg-Serie: Terra Nova. Der Story-Plot liest sich sehr gut und auch der Pilot bietet zumindest für die ersten 20 Minuten eine nie gesehene Sicht der Welt. Wir sind im Jahre 2149 und die Erde ist so verschmutzt, das niemand mehr die Sterne sehen kann und ein Aufenthalt ausserhalb der klimatisierten Mini-Wohnungen ohne Atemschutz unmöglich ist. "A Family is Four" flimmert von den riesigen Fassaden des Chicago im 22. Jahrhundert. Heisst explizit: "Es sind nur zwei Kinder erlaubt"! Wir sagen dir, ob es sich lohnt, mehr als den Pilot zu sehen ... Die Handlung Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Familie von "Jim Shannon" (Jason O´Mara), Polizist in Chicago, seine Frau und seine Kinder. Und hier fangen die Probleme an: Die Shannons haben ein "illegales" Kind, denn neben dem 17-jährigen Josh und der 15-jährigen Maddy gibt es auch noch das Baby Zoe. Die Behörden überwachen alles und jeden und so fliegt die Familie auf und Jim geht kurzerhand für 6 Jahre in den Knast. Jims Frau Elizabeth (Shelley Conn), die als anerkannte Ärztin arbeitet sieht nur eine Chance für ihre Familie: Das Kolonarisierungs-Projekt "Terra Nova". Seit Jahren werden Freiwillige durch ein zufällig entstandenes "Wurmloch" zurück auf die Erde geschickt ... so ca. 85 Millionen Jahre zurück. Sie investiert ihr gesamtes Vermögen, um Jim aus dem Gefängnis zu befreien, der mittlerweile seit 2 Jahren einsitzt. Und ihnen gelingt die Flucht in die Vergangenheit, denn dieses Wurmloch ist eine Einbahnstrasse, niemand kann je wieder zurück ...oder etwa doch? Wie geht es weiter?
Kritik Die Serie plätschert vor sich hin. Auch wenn eine abtrünnige Gruppe, genannt die "Sixers" sowas wie "Mad Max" Stimmung aufkommen lässt, bringt das nur kurze spannende Momente. Die "Sixers" heissen so, weil sie die 6. Gruppe waren, die durch das Wurmloch kamen, sich aber nicht Commander Taylor unterordnen wollten. sie werden angeführt von der attraktiven "Mira" (Christine Adams) und leben im Dschungel ohne jegliche Technik (vermeintlich), haben aber gepanzerte Fahrzeuge (wo kommt der Sprit her?).
Logik ist was anderes Die Serie kommt einfach nicht voran, 50% jeder Folge geht für Familien-Idylle (Ich seh Spielberg verzückt winken) drauf und während im "Krankenhaus" extreme High-Tec herrscht, sitzen die 70´s-like gekleideten Menschen draussen auf grob geschnitzten Stühlen an Tischen, die an die Spelunken in den "Tudors" erinnern. Elizabeth Shannon wird natürlich sofort Chef-Chirurgin, weil ja bei den 9 Siedergruppen vorher niemand qualifiziertes geschickt wurde. Jim wird als Polizist der "Aufpasser" im Camp. Alles im Pilot, alles im Lot. Geht schnell, oder? zu schnell! Keine Überlebenskämpfe, keine Machtkämpfe und auch (fast) keine Kämpfe gegen Dinos. Und hat sich mal jemand Gedanken gemacht, das ja die Dinos vernichtet wurden durch einen Meteor-Einschlag von ein paar Millionen Jahren? Warum baut die Serie auf "die Hoffung der Menschheit", wenn das sowieso für die Katz ist? Eine Wiederholung von "Titanic" lässt das Schiff trotzdem untergehen, oder? Keine vulkanische Tätigkeiten, keine giftigen Sümpfe wie es von 85 Mio. Jahren wohl üblich war. Stattdessen "Dschungel-Camp Atmosphäre". Ok, wir drehen in Australien (was auch die Linksgelenkten Autos erklärt), aber vor 85 Mio. Jahren war ALLES lebensfeindlich. Stattdessen gibt es Teenie-Picknicks auf grünen Wiesen und gefährliche Dinos jagen ja selbstverständlich nur Nachts. In den USA ist das Schicksal der Serie noch nicht beschlossen (Ende oder doch eine 2. Staffel?) und in Deutschland sendet ProSieben ab dem 27.02.2012 die erste Staffel in Doppelfolgen, immer montags ab 20:15 Uhr. | |
Kommentare zu diesem Artikel
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Das sind sie jetzt, in einem kleinen Camp, das stark an die Kulissen in "Stargate: SG-1" erinnert. Keine Probleme, das Jim ja eigentlich ein entflohener Häftling ist, keine Probleme damit, das auch Zoe illegal über das Wurmloch transportiert wurde. In "Terra Nova" herrschen nunmal andere Zustände. In "Terra Nova" ist sowieso alles anders. Die Shannons kamen mit der 10. Siedergruppe in die andere Zeitebene. Das waren mehrere Hundert Menschen. Da müssten jetzt also einige tausend Leute in diesem Camp leben, es gibt aber nur eine Handvoll Hütten mitten im Dschungel. Und natürlich ist das Camp unter militärischer Führung von Commander Nathaniel Taylor (Stephen Lang, rechts im Bild oben), dem ersten Mensch, der durch das Wurmloch kam. Und wie es nun so kommt, ist natürlich für die Shannons auch gleich eine Hütte reserviert, komplett eingerichtet. Die mittlerweile 5-jährige Zoe füttert 20m hohe Dinos und alle staunen über die tolle Luft und den riesigen Mond. Idylle pur ...
Ansonsten gibt es immer wieder unzusammenhängende Geschichten, die Animationen der "Urzeit-Tiere" sind auf dem Niveau von "Falling Skies" und besonders "Primeval". Der Kampf gegen die "Sixers", die einem immer sympathischer werden, Kampf gegen Korruption (warum haben die Geld?), Kampf gegen die Vergangenheit (was in diesem Fall die Zukunft ist). Josh verliebt sich in die Spionin der "Sixers", Maddy verliebt sich in einen Soldaten und die kleine Zoe zeigt allen den rechten Weg.
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